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Hyperbaric Training Center Deutschland e.V.
gegründet am 02. Februar 2001 in Hamburg





Vorwort zum Rahmenstoffplan - Geprüfter Taucher/Geprüfte Taucherin

Bis 1981 galt der Taucher im Sinne des Berufsbildungsgesetzes als Aufbauberuf. Um eine Taucherprüfung ablegen zu können, musste zuerst eine dreijährige (Matrosen eine zweijährige) Berufsausbildung zum Taucher in einem Taucherunternehmen absolviert werden. Als Prüfungszeugnis wurde ein sogenannter Facharbeiterbrief ausgehändigt.

Am 01.04.1981 trat die die Rechtsverordnung des Bundes über die Prüfung zum anerkannten Abschluss "Geprüfter Taucher/Geprüfte Taucherin" vom 08.10.1980 in Kraft. Danach war dieser Beruf nicht im Bereich der Beruflichen Ausbildung sondern im Bereich der Beruflichen Fortbildung angesiedelt. Das bedeutete, dass zwar die Prüfung bundesweit einheitlich geregelt wurde; nicht aber (bzw. nur indirekt über die Zulassungsvoraussetzungen) der Weg zur Prüfung. Die Vorbereitung auf die Taucherprüfung erfolgte gemäß Verordnung in einem von der Berufsgenossenschaft anerkannten Taucherlehrbetrieb. Einen zeitlichen Rahmen der Vorbereitung sah die Verordnung nicht vor, außer dass mindestens 200 Tauchstunden nachzuweisen waren.

Unter Federführung der Industrie- und Handelskammer zu Kiel und später des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) hat eine Arbeitsgruppe die Rechtsverordnung überarbeitet. Unter Berücksichtigung eurpäischer Anforderungen wurde ein Neuordnungsentwurf erstellt, der die Vorbereitung auf die Taucherprüfung nicht nur inhaltlich modifizierte, sondern auch strukturell änderte. Wegen des hohen Gefährdungsgrades der Tauchertätigkeit kommt ein Ausbildungsberuf nicht in Frage. Um dennoch eine bundeseinheitliche qualitativ hochwertige Vorbereitung auf die Prüfung in Theorie und Praxis zu gewährleisten, wurde die Teilnahme an einem geregelten Fortbildungsgang (Lehrgang und betrieblich Praxis) vorgeschrieben. Die Durchführung liegt in der Verantwortung der Industrie- und Handelkammer, die aber auch andere Träger und Tauchunternehmen beauftragen kann.

Die Zeit der betrieblichen Praxis in Tauchunternehmen ist mit zwei Jahren festgeschrieben, der Lehrgang umfasst 320 Unterrichtsstunden. Die neue Rechtsverordnung wurde von Bundesminister für Bildung und Forschung am 25.02.2000 erlassen und ist am 01.06.2000 in Kraft getreten. Ergänzend zur Rechtsverordnung wurde der nun vorliegende Rahmenstoffplan für beide Teile des Fortbildungsganges, d.h. für den Lehrgang und für die betrieblich Fortbildung im Tauchunternehmen erstellt.

Die sachgemäße Fortbildung von Tauchern ist nur einer von drei Faktoren, die die Sicherheit von Taucheinsätzen beeinflussen. Auch die Berufserfahrung des Tauchers und die Fähigkeiten des fest angestellten Tauchermeisters im Betrieb sowie die Berufserfahrung aller anderen an den Arbeiten direkt oder indirekt beteiligten Personen sind Garanten für sichere Taucherarbeiten. Berufliche Erfahrungen können nur in einem ausreichenden Zeitraum gewonnen werden., eine zeitliche Kürzung des Fortbildungsganges ist nicht möglich. Es kann sich jedoch als notwendig erweisen, den Fortbildungszeitraum zu verlängern, falls der Taucher noch nicht unter Bedingungen gearbeitet hat, um die notwendigen Erfahrungen zu erwerben. Die Tätigkeit des Tauchers erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Es geht um seine eigene Gesundheit und die seiner Kollegen. Er muss drohende Gefahren erkennen und abwenden können, bzw. eingetretene Störungen richtig einordnen und sachgerecht reagieren. Das zu vermitteln, ist ein vorrangiges Ziel der Fortbildung zum Taucher.

Der DIHT dankt den an der Erarbeitung des Rahmenstoffplans beteiligten Sachverständigen für ihre engagierte ehrenamtlich geleistete Arbeit.

DEUTSCHER INDUSTRIE- UND HANDELSTAG
Im April 2001

 
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